|
|
|
Im Schaufelradbagger sind die stetige Arbeitsweise des Eimerkettenbaggers mit der Beweglichkeit des Löffelbaggers vereint. Bereits in den mediteranen Kulturen des Altertums war das Heben von Wasser durch große an Schöpfräder angebrachte Gefäße bekannt. Nach der Erfindung der Dampfmaschine versuchte man dieses Prinzip auch auf Grabvorgänge anzuwenden. Größtes Problem war anfangs die kontinuierliche Abförderung der anfallenden Massen zu gewährleisten. Erste ernsthafte Geräte wurden nach 1880 konzipiert, wobei das Fördergut vom Graborgan über Schurren auf ein seitlich vom Graborgan angebrachtes Förderband gelangte. Es dauerte jedoch noch über 30 Jahre bis in einem Patent (Zellen- Schaufelrad) durch Schwander gezeigt wurde wie die Beschädigung des Förderbandes durch aus dem Schaufelrad herabfallende Steine weitgehend vermieden werden konnte.
Der erste Schaufelradbagger wurde 1916 im Tagebau Bergwitz in Betrieb genommen. Er fuhr auf Gleisen und war im Abraum eingesetzt. Das Abtragen des Fördergutes erfolgt beim Schaufelradbagger mittels von 6 bis 10 Graborganen, die an einer radartigen Stahlkonstruktion , dem Radkörper befestigt sind. Bei moderneren zellenlosen Schaufelrädern läuft nur ein ringartiges mit Eimern bestücktes Teil um. Die Entleerung der Eimer erfolgt über Rutschbleche (Schüttbühne) auf das Radband und das Ganze ist in einem heb- und senkbaren sowie um die Baggerachse schwenkbaren Radausleger angeordnet. Der Einsatz des Schaufelrades erfolgt überwiegend im Hochschnitt. Tiefschnitt- Baggerung erfolgt seltener, hier ist zu unterscheiden zwischen dem Pilgerschnitt (Unterschneiden der Arbeitsebene um wenige Meter) und einer ernsthaften Tiefschnitt- Baggerung, wobei in letzterem Fall die Eimer gedreht und der Drehsinn des Rades umgekehrt werden. In den letzten 70 Jahren wurden eine Menge unterschiedlichster Bauformen entwickelt und realisiert. Bis auf wenige Ausnahmen wurden diese durch deutsche Ingenieure konzipiert und gebaut. Im Laufe der Entwicklung hat sich gezeigt, daß Schaufelradbagger am günstigsten im Vollblockverhieb / Terassenschnitt und damit auf Raupenfahrwerken einzusetzen sind. Eine besonders interessante Entwicklung waren die Vorschubbagger. Hier ist der Radausleger nicht nur heb- und schwenkbar sondern auch noch in der Horizontalen um ein bestimmtes Maß ausfahrbar.
|
 |
|